Allgemeines:
Ebbs ist eine ORTSGEMEINDE, die im politischen- und Gerichtsbezirk Kufstein liegt. Ortsbestandsteile bilden neben dem Dorf als Zentrum noch die Fraktionen (= Ortsteile) bzw. Dörfer: Kaisertal, Eichelwang, Oberndorf, Tafang, Weidach, Mühltal-Wagrain und Buchberg. Am Ende dieser Seite finden Sie noch einige Fotos des Ortes.
Einwohnerstand per 01.05.2010
- 5.171 Hauptwohnsitze
- 283 Zweitwohnsitze
- 4.572 Österreicher
- 599 Ausländer
- 2.148 Haushalte
- http://www.ebbs.tirol.gv.at
Die wesentlichen Parameter der Wasserversorgungsanlage Ebbs besteht aus dem Tiefbrunnen Forstgarten sowie den Kölnbergquellen und den Pfarrerzugquellen lauten:
- Gesamthärte 8,3 °dH (weich bis mittelhart)
- pH-Wert: 7,87 (zulässiger Wert: 6,5-9,5)
- Nitrat: 6,4 mg/l (zulässige Höchstkonzentration: 50mg/l)
Werte laut Gutachtem vom 10.08.2010
Flächenausdehnung:
Gesamtflächenausmaß: 4.005 ha
- davon Anteil Katastralgemeinde Ebbs (GB 83003), 2.963 ha
- davon Anteil Katastralgemeinde Buchberg (GB 83002): 1.042 ha
Die Lage des Ortes:
Ebbs, bestehend aus den Katastralgemeinden Ebbs und Buchberg liegt 7 km nördlich von der Bezirkshauptstadt Kufstein und ist der größte Ort der sogenannten "Unteren Schranne".
Die Gemeindegrenzen: Im Norden grenzt Ebbs mit dem Jenbach zu den Gemeinden Niederndorf und Rettenschöss, im Osten verläuft die Grenze durch den Zahmen Kaiser, wobei Ebbs an Walchsee und Kirchdorf angrenzt, im Süden der Kaiserbach zur Stadtgemeinde Kufstein und im Westen der Innfluß zu den Gemeinden Kiefersfelden und Oberaudorf (Freistaat Bayern/BRD).
Ebbs liegt am Fuße des herrlichen Gebirgsmassives des Zahmen Kaisers; die höchste Erhebung ist die Vordere Kesselschneide mit 2002 Meter.
Mit einer Seehöhe von 473 Meter (über dem Meeresspiegel) ist Ebbs der tiefstgelegenste Ort Tirols.
Sehenswürdigkeiten von Ebbs:
- Pfarrkirche (oft auch als "Dom zu Ebbs" bezeichnet, eine der schönsten Barockkirchen Tirols)
- St. Nikolauskirche (gotische Kirche - Reste der ehemaligen Burg von Ebbs)
- Schloß Wagrain ("Freizeitwohnsitz" des Geschlechtes der Ebbser, jetzt in privatem Besitz)
- Hallo du - Funarena Ebbs (Erlebnis und Freizeitpark: Eislaufplatz, Schwimmbad, Saunaanlage, Restaurantbetrieb, Kegelbahnanlage, Spieleraum, etc.)
- Fohlenhof Ebbs (berühmtes Haflingerpferdegestüt mit Reit- und Fahrschule)
- Raritätenzoo Ebbs (laut Fachleuten eine der schönsten und reizvollsten privaten Anlagen Österreichs)
- Naturschutzgebiet Kaisergebirge Antoniuskapelle (die wohl bekannteste und meistfotografierte Kapelle der Alpen
- Ebbser Blumenkorso - http://www.blumenkorso.at - sowie zahlreiche weitere Veranstaltungen jedes Jahr
Geschichtliches:
Die Vorgeschichte von Ebbs beginnt bereits ca. 30.000 Jahren vor Christus. Die Fundstätte der Tischofer Höhle liegt im Gemeindegebiet von Ebbs und weist die Anwesenheit des Menschen bereits in der jüngeren Altsteinzeit aus. Weiters wird durch die Funde der Tischofer Höhle in der Jungsteinzeit der Getreideanbau für ca. 3.000 v. Chr. bestätigt. 5.000 Jahre vor der Jetztzeit war also in diesem Gebiet schon Landwirtschaft mit Ackerbau und Viehzucht anzutreffen. Auch aus der Bronzezeit sind Funde vorhanden.
Das Gebiet von Ebbs gehörte während der jüngeren Eisenzeit zum keltischen Königreich Norikum. Dieses wurde 15 v. Chr. annektiert und als Provinz dem Römerreich einverleibt. Die Römer haben in Ebbs wahrscheinlich schon ein stattliches Dorf vorgefunden, denn die Namenskunde weist Ebbs als keltisches Dorf aus.
788 wird Ebbs im "Indiculus Arnonis" (= ein Güterverzeichnis des Bischofs Arno von Salzburg) erstmals urkundlich genannt, es heißt dort: "Ad Episas ecclesiae duae cum territorio" (in Episas zwei Kirchen mit Grundbesitz). Ebbs war dann tausend Jahre lang Ur- und Mutterpfarre, die die heutigen Pfarren Ebbs, Kufstein, Walchsee, Niederndorf und Erl umfaßte.
Episas ist als "Roßbach" verdeutscht worden. Die großen sauren Wiesen in der Umgebung von Ebbs, die jetzt trockengelegt sind, haben offenbar schon vor der Römerzeit zur Pferdezucht Anlaß gegeben und dem Dorf zu seinem Namen verholfen. Der Bach ist ebenfalls vorhanden und heißt heute noch "Ebbsen". Es ist dies ein ungewöhnlich zahmer, friedlicher Quellbach, der bis vor 30 Jahren, Jahrhunderte zurück verfolgbar, viele Mühlen, Sägen, Ölstampen, eine Steinmühle und auch eine Lodenwalke getrieben hat.
Die Pferderasse, die in Norikum und damit wohl auch in Ebbs gezüchtet wurde, heißt heute noch Noriker. Die Römerstraße durch das untere Inntal führte durch das Gebiet von Ebbs.
Um 1280 nach Christus wird Ebbs als "Judicium" bezeichnet. Das weltliche Gemeinwesen scheint in der so genannten "Grabensteuer" im Jahre 1480 erstmals auf. Das Landgericht ist hier in Viertel eingeteilt, die sich mit den späteren Gemeinden genau decken. Die Schranne (kleine Gerichtsbarkeit) trat jeweils in Ebbs zusammen, daher wird das Gebiet nicht nur "Untere Schranne" sondern vielfach auch "Ebbser Schranne" genannt.
Als eine der schönsten Tiroler Kirchen gilt die als "Barockdom des Unterlandes" bezeichnete Ebbser Pfarrkirche. Das herrliche Gotteshaus wurde nach den Schrecknissen des Spanischen Erbfolgekrieges, dem in Ebbs allein durch Brandschatzung kurbayrischer Truppen 104 Häuser zum Opfer gefallen sind, anstelle der gotischen Kirche von dem bedeutenden Barockbaumeister Abraham Millauer von 1748 - 1756 errichtet.
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